Tanja von Egan-Krieger
10 Seiten · 3,84 EUR
(September 2009)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Tanja von Egan-Krieger sieht im Begriff ‚Naturkapital‘ ein Schlüsselkonzept einer Theorie starker Nachhaltigkeit. So könne die Frage, ob zu einer fairen Hinterlassenschaft auch Naturkapital gehöre, nur auf Grundlage eines spezifischen Konzeptes von Naturkapital entschieden werden. Damit ist auch die Positionierung zugunsten der schwachen bzw. starken Nachhaltigkeit erst im Anschluss an ein Konzept von Naturkapital zu rechtfertigen. In ihrem Beitrag entwickelt Egan-Krieger daher das Naturkapitalkonzept von Ott und Döring weiter. Dabei nimmt sie – in Anschluss an Biesecker und Hofmeister sowie Faber und Manstetten – die Produktivität von Naturkapital als Ausgangspunkt. Zugleich spricht sie sich in Anschluss an Ott und Döring gegen einen homogenisierenden Begriff von Naturkapital aus. Sie unterscheidet daher Naturkapitalien in lebendige Fonds, unlebendige Fonds und Vorräte. Das besondere Merkmal von lebendigen Fonds ist laut Egan-Krieger ihre Produktivität, die auf ihrer Selbstreproduktion beruhe. Bestandteile von Natur, die sich zwar nicht selbst reproduzieren könnten, die aber, weil sie ‚Teil des Ganzen der Natur‘ seien, dennoch reproduziert würden, teilt sie in die Kategorie der unlebendigen Fonds ein. Vorräte dagegen würden bei ihrer Nutzung konsumiert. Auf Grundlage dieses Konzeptes von Naturkapital sei – so Egan-Krieger – eine Begründung der starken Nachhaltigkeit möglich.