Jürgen Kromphardt
26 Seiten · 4,73 EUR
(Mai 2011)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Jürgen Kromphardt, der Gründungsvorsitzende der Keynes-Gesellschaft, betont im ersten Beitrag dieses Bandes die große Bedeutung der Finanzmärkte für den Ausbruch und den bisherigen Verlauf der Wirtschaftskrise. Er liegt damit ganz auf der Linie von Leijonhufvud (2009), der hervorhebt, dass die entscheidenden Störungen in den letzten beiden Jahrzehnten im Wesentlichen von den Finanzmärkten ausgingen. Wie Kromphardt noch einmal betont, standen auch am Anfang der Weltwirtschaftskrise mit dem Börsencrash an der Wallstreet im Herbst 1929 und anschließenden Bankenzusammenbrüchen wichtige Störungen auf den Finanzmärkten, von denen die entscheidenden negativen Impulse auf Produktion und Beschäftigung ausgingen. Angesichts dessen ist es erstaunlich, dass die Finanzkrise in der Keynesschen General Theory nur eine sehr geringe Rolle spielt und im Wesentlichen nur in ihren Auswirkungen auf die langfristigen Erwartungen der Unternehmerinvestoren in Kapitel 12 diskutiert wird. Kromphardt zieht in seinem Beitrag daher auch frühere Schriften von Keynes heran, um die Keynessche Position zu verdeutlichen. Diese liege darin, dass Börsenkrise und Bankenzusammenbrüche zwar Auslöser und Verstärker der Weltwirtschaftskrise gewesen seien, die katastrophale Dynamik sich danach aber in der Realwirtschaft entfaltet habe, auf die sich Keynes daher in der General Theory konzentrierte.