Karl-Michael Brunner, Markus Spitzer und Anja Christanell
30 Seiten · 5,83 EUR
(April 2011)
Aus der Einleitung der Hertausgeberin:
Karl-Michael Brunner untersucht gemeinsam mit Anja Christanell und Markus Spitzer den Zusammenhang von Energiekonsum und Armut aus einer multidisziplinären, sozioökonomischen Perspektive. Jeder achte Mensch in Österreich ist armutsgefährdet, fast die Hälfte davon lebt in Armut, wobei in vielen Fällen auch Energiearmut gegeben ist, d.h. dass Menschen einen erheblichen Teil ihres Monatseinkommens für Energiezwecke ausgeben müssen. Allerdings gibt es bisher wenig Wissen über den Energiekonsum in armen und armutsgefährdeten Haushalten, insbesondere sozialwissenschaftliche Wissensbestände über Bedeutungen, Praktiken und Dynamiken des Energiekonsums sind bisher nur rudimentär vorhanden. Dies liegt auch darin begründet, dass die Forschungslandschaft weitgehend ökonomisch bzw. technisch-ingenieurwissenschaftlich ausgerichtet ist. Im Beitrag wird versucht, einen sozioökonomischen Zugang zu Energiepraktiken im Allgemeinen und Energiepraktiken von armen und armutsgefährdeten Haushalten im Besonderen zu entwickeln. Neben theoretischen Überlegungen wird empirisch vor allem auf Ergebnisse des vom österreichischen Klima- und Energiefonds geförderten qualitativ ausgerichteten Projekts "NELA" (Nachhaltiger Energieverbrauch und Lebensstile in armen und armutsgefährdeten Haushalten) (Laufzeit: 2008-2011) Bezug genommen, dessen Ziel die Untersuchung des Energiekonsums aus der Perspektive von Armut betroffener Menschen und eine darauf aufbauende stakeholderbezogene Erarbeitung von datenfundierten Maßnahmen zur Energieverbrauchsreduktion ist.