Alfred Endres
33 Seiten · 7,81 EUR
(November 2003)
Aus der Einführung:
Aus dem ökonomischen Verhaltensmodell schließen wir, dass Entscheidungsträger bei ihren Planungen die Konsequenzen ihrer eigenen Aktivitäten auf Dritte nicht genügend berücksichtigen. Diese Konsequenzen können in Risiken und anderen negativen Einwirkungen bestehen. Das Haftungsrecht ist insofern als Objekt der ökonomischen Analyse interessant, als es womöglich in der Lage sein könnte, die hier angesprochenen externen Effekte auf ein angemessenes Maß zurückzuführen. Dem Ökonomen geht es also um die Präventionswirkung des Haftungsrechts. Anders ausgedrückt steht im Zentrum der ökonomischen Analyse die Frage, ob das Haftungsrecht zu einer Internalisierung externer Risiken geeignet ist. Die Internalisierung gelingt vollkommen, wenn der Entscheidungsträger aus ökonomischer Sicht optimale Präventionsaktivitäten ausübt. Ein optimales Präventionsniveau ist erreicht, wenn die Differenz zwischen den mit der Prävention vermiedenen externen Schäden und den Präventionskosten maximal ist. „Spiegelbildlich“ betrachtet ist bei optimaler Prävention die Summe aus Präventionskosten und erwarteten Schäden minimal. Offensichtlich ist bei diesem Optimalitätskonzept unterstellt, dass die erwarteten Schäden und die Präventionskosten in ein und derselben Dimension bewertet werden können. Üblicherweise geht man davon aus, eine monetäre Bewertung sei möglich.